Etty Hillesum „Sämtliche Tagebücher und Briefe – 1941-1943“

Bekanntmachen und Verbreiten der Schriften von Etty Hillesum

Etty Hillesum „Sämtliche Tagebücher und Briefe – 1941-1943“

Menschlich bleiben auch unter den schlimmsten Bedingungen

Etty Hillesum lebte zur Zeit der Deutschen Besetzung in Amsterdam in den Niederlanden. Sie war Jüdin. 1941 fing sie durch eine Psychotherapie an Tagebuch zu schreiben. Sie wollte Schriftstellerin werden und schrieb selbst „Ich will die Chronistin meiner Zeit werden“. Obwohl die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung immer massiver wurden und sie selbst schließlich in ein Durchgangslager und später in ein Vernichtungslager kam, blieb sie bei Ihrer Einsicht, dass sich immer schöne Dinge im Leben finden lassen und dass das Leben schätzenswert ist. Sie dachte während dieser schrecklichen Zeit bereits an die Zeit danach. Sie wusste, es würde ein Danach geben und dass es wichtig war, sich damit auseinanderzusetzen.

Sie betrachtete die Dinge immer differenziert und nicht eindimensional und immer auch aus anderen Perspektiven. Dies ist eine Sichtweise, die wir auch heute dringend benötigen.

PROJEKTZIEL

Die Chaja Stiftung möchte dazu beitragen, die Schriften von Etty Hillesum bekanntzumachen und zu verbreiten und somit eine aktive Auseinandersetzung damit zu fördern. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass es selbst unter den schlimmsten Bedingungen möglich ist menschlich zu bleiben, das Leben zu schätzen und nicht dem Hass zu verfallen. Denn durch die Beschäftigung mit sich selbst und dem Erhalt der eigenen Menschlichkeit kann der Kreislauf von Gewalt (und Gegengewalt) unterbrochen werden.

DIE LESUNG

Die Chaja Stiftung organisierte eine Lesung von Ausschnitten „sämtlicher Tagebücher und Briefe“ im Literaturhaus Frankfurt, die durch einen Experten zu ihrer Biographie begleitet wurde. Hierfür wurden aussagekräftige und thematisch relevante Passagen ausgewählt, die vor allem die menschlichen Aspekte, Sichtweisen und Haltungen von Etty Hillesum widerspiegeln.